Wohnen: Von Wien über Berlin nach Prag

Wohnungspolitik, Urbanismus und Instrumente für Städte, die für alle lebenswert bleiben wollen

Untersuchen Sie Ursachen und Folgen der Wohnungskrise in europäischen Städten und gewinnen Sie einen umfassenden Überblick über die Instrumente, mit denen Kommunen Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten sichern. Im Vergleich von Wien, Berlin und Prag analysieren Sie unterschiedliche Modelle der Wohnungspolitik — vom Wiener regulierten Mietensystem (420.000 leistbare Wohnungen, finanziert durch eine 0,5-%-Lohnsummenabgabe) über deutsche Instrumente (Konzeptvergabe, Sozialer Wohnungsbau, Mietpreisbremse) bis hin zu tschechischen Gesetzesreformen und der IPR-Praha-Strategie.

Sie analysieren die Rolle von Genossenschaften, öffentlich-privaten Partnerschaften, Bodenpolitik und partizipativer Stadtplanung. Durch einen Gastvortrag von Christian Schantl (Wiener Wohnen) erhalten Sie Einblicke aus erster Hand in das erfolgreichste europäische Modell des kommunalen Wohnungsbaus. Exkursionen in Prager Stadtteile mit unterschiedlicher Wohnungsdynamik — Jižní Město, Karlín, Holešovice, Bubny-Zátory — verankern die Theorie im realen städtischen Gefüge.

Der Kurs schließt mit einem Gruppenworkshop, in dem die Teilnehmer:innen eine modellhafte lokale Wohnungsstrategie entwickeln und die theoretischen Erkenntnisse der Woche mit praktischer Anwendung verbinden.

  • Wiener Modell im Detail: Gastvortrag von Christian Schantl (Wiener Wohnen)
  • Deutsche Instrumente: Konzeptvergabe, Mietpreisbremse, Sozialer Wohnungsbau
  • Prager Stadtteile im Wandel: Karlín, Holešovice, Bubny-Zátory, Žižkov
  • Genossenschaftliches Wohnen: Deutschland vs. Tschechien im Vergleich
  • Abschluss-Workshop: Entwicklung einer lokalen Wohnungsstrategie
Freie Plätze
Termine
4.–9. April 2027
30. Mai – 4. Juni 2027
Dauer
5 Tage (Mo–Fr)
Umfang
40 Unterrichtseinheiten (je 45 Min.)
Teilnehmerzahl
10–20 Personen
Ort
Prag, Tschechische Republik
Kursleitung
Kateřina Toperczerová
Preis
850 €
Anerkennung
Als Bildungsurlaub anerkannt (Zertifizierung in Vorbereitung)
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Programm

Sonntag: Individuelle Anreise nach Prag, Hotel-Check-in.

Montag — Die Wohnungskrise: Europäischer Kontext und gemeinsame Ursachen (8 UE)
ZeitThemaUE
09:00–10:30Einführung und Orientierung. Was bedeutet „bezahlbares Wohnen" — Definitionen, Kennzahlen und die politische Dimension.2
10:45–13:00Ursachen der Krise in Europa: Bodenspekulation, mangelnder Neubau, Deregulierung, Finanzialisierung des Wohnens. Warum Wohnen in Prag, Berlin und Wien teurer wird — und warum Wien anders ist. Zentrale Indikatoren im Vergleich: Mietquote, Mietbelastungsquote, Sozialwohnungsanteil.3
15:00–17:15Exkursion: Jižní Město (Prag 11/12) — die größte tschechische Plattenbausiedlung, sozialistischer Massenwohnungsbau der 1970er–80er Jahre, laufende Sanierung. Wie sich die Wahrnehmung von Großwohnsiedlungen wandelt: von der Kritik zur Anerkennung als Modell bezahlbaren Wohnens.3
Dienstag — Das Wiener Modell und deutsche Instrumente (8 UE)
ZeitThemaUE
09:00–10:30Gastvortrag: Christian Schantl (Wiener Wohnen, Wien). Wiens kommunales Wohnungssystem: 220.000 Gemeindewohnungen und 200.000 geförderte Einheiten — 420.000 leistbare Wohnungen für 50 % der Bevölkerung. Finanzierung: 0,5 % Lohnsummenabgabe (250 Mio. €/Jahr) und kommunale Investitionen (200 Mio. €/Jahr).2
10:45–13:00Fortsetzung Wien: Mietregulierung — warum sie in Wien funktioniert und anderswo nicht. Ein System, das über 100 Jahre aufgebaut wurde: Geschichte, Rechtsrahmen, Verwaltung. Diskussion mit Christian Schantl: Übertragbarkeit, Erfolgsbedingungen, Fallstricke. Vergleich mit Prags Erfahrungen der Mietregulierung in den 1990er Jahren.3
15:00–17:15Der deutsche Werkzeugkasten: Konzeptvergabe, Sozialer Wohnungsbau, Mietpreisbremse. Berlins Bürgerbeteiligungsmodell. Genossenschaftliches Wohnen in Deutschland vs. tschechische Genossenschaftstraditionen. Was können deutsche Städte von Wien lernen — und von Prag?3
Mittwoch — Prag: Stadtteile im Wandel (8 UE)
ZeitThemaUE
09:00–10:30Prags Wohnungssituation: IPR-Praha-Strategie, Gesetzesreformen des Ministeriums für Regionalentwicklung, die Rolle der Pražská developerská společnost (PDS). Über 8.000 geplante Einheiten, keine schnelle Lösung.2
10:45–13:00Exkursion: Karlín — ehemaliges Industrie-/Arbeiterviertel, Fallstudie zur Gentrifizierung, neue Mischnutzungsprojekte. Holešovice — Wandel von Industrie zu Wohnen, Kreativquartier, steigende Mieten. Geführter Stadtrundgang mit einem lokalen Urbanisten.3
15:00–17:15Exkursion: Bubny-Zátory — eines der größten Brachflächenprojekte Prags, Stadtplanung in der Praxis. Žižkov — historisch Arbeiterviertel, rasanter Wandel, Spannungen zwischen Alt- und Neubewohnern.3
Donnerstag — Lösungen: Finanzierung, Genossenschaften, Bodenpolitik (8 UE)
ZeitThemaUE
09:00–10:30Finanzierung bezahlbaren Bauens: KfW- und EIB-Modelle, tschechische Förderprogramme, „geduldiges Kapital" von Finanzinstitutionen. Investoren mit Zehn-Jahres-Horizont können Mietwohnungen für systemrelevante Berufe fördern.2
10:45–13:00Genossenschaftliches Wohnen: Deutsche Genossenschaften vs. tschechische Genossenschaften. Kommunale Bodenpolitik: wie Städte Grundstücke erwerben, vergeben und mit Auflagen versehen. Nutzungsmischung, Sozialquoten, Beispiele aus München, Hamburg und Wien.3
15:00–17:15Partizipative Stadtplanung: Bürgerbeteiligung bei Wohnungsentscheidungen. Berlins Konsultationsmodell, Prager Beispiele. Build-to-Rent als Teil der Lösung. Der Markt aus Investorensicht: Immobilienwerte haben sich in zehn Jahren verdoppelt.3
Freitag — Workshop: Lokale Wohnungsstrategie (8 UE)
ZeitThemaUE
08:00–10:15Gruppenworkshop: Teams entwickeln eine modellhafte lokale Wohnungsstrategie für eine fiktive (oder reale) Kommune. Vorgaben: Budgetrahmen, demografisches Profil, vorhandener Wohnungsbestand und politischer Auftrag.3
10:30–12:00Präsentation der Gruppenstrategien. Peer-Feedback, kritische Diskussion: Was ist realistisch, was fehlt, was würde in der Praxis funktionieren.2
12:45–15:00Abschlussdiskussion: Was nehmen Sie mit, was hat Sie überrascht, was werden Sie in Ihrem beruflichen Umfeld verändern. Kursreflexion, Plenardiskussion und Abschluss.3

Dozent:innen

Kateřina Toperczerová

Kursleitung

Christian Schantl

Gastdozent — Wiener Modell, Wiener Wohnen

N.N.

Prager Urbanist:in

N.N.

Expert:in für Wohnungspolitik

Veranstaltungsorte & Exkursionen

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